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Fideriser Heuberge machen weiter

Fideriser Heuberge machen weiter
Die Fideriser Heuberge liegen oberhalb von Fideris im Prättigau auf rund 2000 Metern über Meer. Bekannt ist das Ferien- und Naturgebiet insbesondere für seinen zwölf Kilometer langen Naturschlittelweg, die Berghäuser Arflina und Heuberge sowie sein auf Naturnähe und Ruhe ausgerichtetes Tourismusangebot
Das Schneesportgebiet Fideriser Heuberge startet trotz roter Zahlen in eine weitere Wintersaison. Die Besitzerfamilie Vetsch trägt das finanzielle Risiko nochmals und beschäftigt im kommenden Winter erneut rund 70 Saisonmitarbeiter. Gleichzeitig geht die Suche nach einer langfristigen Nachfolgelösung weiter.

Ein Geschenk zum 15-Jahr-Jubiläum der Familie Vetsch in den Fideriser Heubergen brachte die Verbundenheit mit dem Betrieb auf den Punkt: Die einheimischen Chauffeure der Heubergbusse überreichten ihrer Arbeitgeberfamilie ein massives Holzbänkli. Damit verbanden sie den Wunsch, dass es in den Heubergen nochmals 15 Jahre weitergehen möge.

Henrik Vetsch und seine Partnerin Sara Wiesendanger zeigte die Geste, wie eng die Mitarbeiter mit dem Betrieb verbunden sind. Nun hat die Besitzerfamilie gute Nachrichten: Die rund 70 Saisonangestellten können auch im kommenden Winter ihre Stellen «am Bärg» antreten.

Noch im Januar hatte Verwaltungsratspräsident Walter Vetsch aus Jenaz angekündigt, dass die defizitäre Gesellschaft nach veränderten raumplanerischen Vorgaben veräussert werden solle. Die Suche nach einer Nachfolgelösung läuft weiterhin. Da sich mögliche Interessenten noch in Abklärungen befinden, wird ein Entscheid über einen Verkauf jedoch erst zu einem späteren Zeitpunkt möglich sein.

Betrieb soll ohne Unterbruch weitergehen

Für Henrik Vetsch sprechen mehrere Gründe dafür, das finanzielle Risiko einer weiteren Saison zu tragen. Neben der engen Verbundenheit der Mitarbeiter mit den Heubergen hätten sich auch viele Bewohner von Fideris und der näheren Umgebung für den Erhalt des besonderen Schneesportgebiets ausgesprochen.

Zudem sei es für potenzielle Käufer entscheidend, einen laufenden Betrieb übernehmen zu können. Eine vorübergehende Schliessung könnte langjährige Stammgäste verärgern und dazu führen, dass diese später erneut gewonnen werden müssten.

Eine wichtige Rolle spielen auch die jährlich rund 1500 Kinder, die in den Fideriser Heubergen im Rahmen von Skilagern das Skifahren erlernen. Zusammen generieren sie mehr als 6000 Logiernächte. Die Heuberge verstehen sich damit auch als wichtiger Impulsgeber für die nächste Generation von Wintersportlern im Kanton Graubünden.

Naturschnee und sanfter Wintertourismus

Zuversichtlich stimmt die Besitzerfamilie auch die Zusammenarbeit mit der Gemeinde Fideris. In Gesprächen sei ein Fundament für einen möglichst nahtlosen Übergang zu einer neuen Besitzerschaft geschaffen worden. Gleichzeitig wurden Ideen entwickelt, um die Abhängigkeit von der Schneesituation zu verringern, insbesondere beim beliebten Schlittelweg.

«Selbst wenn wir die Schlittelbahn bei Schneemangel um die Hälfte verkürzen müssen, bleibt sie immer noch eine der längsten der Schweiz und damit attraktiv», sagt Henrik Vetsch. Im Normalbetrieb führt der zwölf Kilometer lange Naturschlittelweg von den Heubergen hinunter ins Tal.

Die vergangene Saison habe zudem gezeigt, dass das Konzept mit ausschliesslich natürlichen Schneepisten immer mehr Gäste anspreche. Viele Wintersportler schätzten den Naturschnee und die Ruhe abseits der Hektik grosser Skigebiete.

Neue Angebote ziehen zusätzliche Gäste an

Mit dem verlängerten SchweizMobil-Schneeschuhtrail und der Zusammenarbeit mit den Bergbahnen Hochwang konnten die Fideriser Heuberge neue Gästegruppen erreichen. «Sowohl der Schneeschuhtrail als auch die Winterwanderwege sind absolute Perlen, wie man sie sonst selten findet», sagt Vetsch.

Auch die Zahl der Skitourengänger nahm zu. Ihnen stehen unter anderem ein neu eingerichtetes Suchfeld für Lawinentrainings und ein Lawinenlehrpfad zur Verfügung. Damit erweitern die Heuberge ihr Angebot über das klassische Skifahren und Schlitteln hinaus.

Die Familie Vetsch habe in den vergangenen 15 Jahren nicht nur viel Geld, sondern auch grosses persönliches Engagement in den Betrieb investiert. Die touristische Zukunft der Heuberge bleibe deshalb für die ganze Familie ein wichtiges Anliegen. Ziel sei es, das zweitgrösste Tourismusunternehmen des Vorder- und Mittelprättigaus in geeigneter Form zu erhalten.

Das Ja zur kommenden Wintersaison versteht Henrik Vetsch zugleich als Einladung an die Bevölkerung des Prättigaus und an Gäste aus der ganzen Schweiz, die Heuberge wieder einmal zu besuchen und ihre besondere Gebirgslandschaft zu entdecken.

 
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