Ländler trifft Techno: Bern lädt zur Klangreise
Ein Komponist mischt Ländler mit Techno, eine Sennerin jutzt auf der Alp, eine Körpertherapeutin entdeckt im Jodeln das Glück: Schweizer Volksmusik hat viele Gesichter. Die neue Hauptausstellung «Alpensounds. Volksmusik zwischen Erbe und Experiment» bringt sie auf zwei Stockwerken zusammen. Entwickelt wurde sie in Zusammenarbeit mit 25 Volksmusikern.
«Alpensounds ist eine Reise in den Reichtum der Schweizer Volksmusik. Das Publikum begegnet dabei eigenen Bezügen, Fragen, aber auch Vorurteilen», sagt Kuratorin Barbara Keller.
Selber spielen statt nur zuhören
Bereits am Eingang führen zwei überdimensionierte Trichter in die Klangwelt der Ausstellung. Sieben Hörglocken zeigen anschliessend, wie Einflüsse aus anderen Regionen und Musikstilen die Volksmusik prägen, darunter Jazz und Swing.
An zahlreichen Stationen darf das Publikum selbst aktiv werden. Sechs Örgeli sind zu einem eigens entwickelten Gemeinschaftsinstrument verbunden. In der Liederwerkstatt erhalten bekannte Melodien neue, selbst verfasste Texte. Auf der offenen Bühne können Besucher singen, musizieren oder mit einem Tutorial einen ersten Jodelversuch wagen.
Wer lieber lauscht, findet im Klangraum eine Liegelandschaft. Bergbilder, Naturtöne sowie Instrumental- und Stimmcollagen verbinden sich dort zu einer audiovisuellen Reise. Zum Abschluss empfiehlt der «Volksmusikomat» nach einigen Fragen ein passendes Musikstück, das sich per QR-Code mitnehmen lässt.
Mit der Klangdohle auf Entdeckungstour
Für Kinder führt die Klangdohle durch die Ausstellung. Sie hat ihre Lieblingsmelodie vergessen und braucht Hilfe. Mit einer Lochkarte entdecken die jungen Besucher Geschichten und erwecken an vier Stationen Töne zum Leben, bis die gesuchte Melodie wieder erklingt.
Auch die Gestaltung greift das Thema auf: Farbenreiche Blumen- und Trachtenmuster prägen die Räume. Eine Zeitreise beleuchtet zudem, wie Volksmusik zum Sinnbild Schweizer Identität wurde und sich immer wieder verändert hat.
Konzerte, Kurse und eine Stubete
Das Begleitprogramm bringt zusätzliche Musik ins Museum. Am 20. November 2026 tritt der Chor «jung&zwäg» aus Interlaken auf. An sechs Bühnensonntagen zwischen November 2026 und Mai 2027 präsentieren Musiker ihre Klangwelten in kurzen Sets. Am 1. April 2027 lädt eine Stubete im Museumsrestaurant «las alps» zum Zuhören und Mitmachen ein. Dazu kommen Crashkurse, etwa für Kinder am 27. Februar und zum Volkstanz am 8. Juni 2027.
«Alpensounds» läuft vom 6. November 2026 bis 27. August 2028 im Alpinen Museum der Schweiz am Helvetiaplatz 4 in Bern. Geöffnet ist das Museum Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr.
Weitere Informationen: alps.museum/alpensounds