Vom Liebesorakel bis zum Toilettenstuhl
Apfelschalen werfen, «Spinnstubeten» besuchen oder mit selbstgebastelten Geschenken um die Gunst eines Menschen werben: Schon im vorindustriellen Zeitalter waren junge Menschen bei der Partnersuche erfinderisch.
Rund um das Kennenlernen und den Bund fürs Leben entwickelte sich eine Fülle von Ritualen, Bräuchen und gesellschaftlichen Regeln.
Welche Vorstellungen dabei eine Rolle spielten, zeigt Kulturvermittlerin Sabrina Buzzi in der öffentlichen Führung «Liebe und Hochzeit». Von 14 bis 15 Uhr verbindet sie historische Einblicke mit szenischer Unterhaltung.
Dabei begegnen die Besucher auch «Berta Schmid»: Die fiktive Mutter setzt alle Hebel in Bewegung, um ihre 27-jährige Tochter «Berteli» an den richtigen Mann zu bringen. Schliesslich sollte eine Verbindung auch den Erwartungen der Familie entsprechen.
Hatten sich zwei Menschen gefunden, begannen die Hochzeitsvorbereitungen. Geschenke spielten dabei eine zentrale Rolle: Sie stärkten die Beziehungen zwischen den Familien und den Zusammenhalt im Dorf. Wie vielfältig solche Gaben ausfielen, zeigen die Bestände des Schaudepots. Unter den über 12'000 Objekten finden sich Hochzeitspräsente vom Kornsack bis zum Toilettenstuhl.
Die Führung findet anlässlich der Europäischen Tage des Denkmals statt. Das Schaudepot St. Katharinental ist am Sonntag, 13. September 2026, von 13 bis 16 Uhr auch zur freien Besichtigung geöffnet. Die Führung dauert von 14 bis 15 Uhr. Der Eintritt ist frei; die Anmeldung erfolgt über historisches-museum.tg.ch/events.
Auch die benachbarte barocke Klosterkirche öffnet ihre Türen. Weitere Informationen zum Programm der Europäischen Tage des Denkmals gibt es auf kulturerbe-entdecken.ch.